Schockierend, aber wahr: niederländische Forscher haben herausgefunden, dass nur 35% der Physiotherapie-Patienten dem vorgeschriebenen Heimübungsprogramm tatsächlich folgen. Die restlichen 65% gaben an, sie seien unmotiviert, hätten die Anleitungen nicht verstanden, oder hätten schlichtweg keine Zeit.

Wie sorgen Sie dafür, dass Ihre Patienten zu den 35% gehören? In diesem Beitrag haben wir 10 geprüfte Motivationsstrategien für Physiotherapeuten zusammengestellt.

Auf die Motive und Ängste des Patienten eingehen

Es gibt einen guten Grund, warum Ihr Patient gerade Physiotherapie braucht. Ihre Aufgabe ist es, diese oft versteckte Motivation zu entdecken und zu stärken.

Möchte Ihre Patientin zu ihrem Lieblingssport zurückkehren? Vermisst Ihr Patient die Zeiten, als er schmerzfrei mit seinen Kindern spielen konnte? Oder macht er Therapie, nur weil die Versicherung dafür zahlt?

Stellen Sie offene Fragen und seien Sie neugierig. Techniken wie Motivierende Gesprächsführung können Ihnen helfen, die Motivation des Patienten zu steuern und den Heilungsprozess unterstützend zu begleiten.

Relevante und erreichbare Rehabilitationsziele setzen

Für Patienten, die schwer verletzt sind oder unter chronischen Schmerzen leiden, kann eine vollständige Rehabilitation oft ein sehr vages und weit entferntes Ziel ein. Genau solche Ziele sind oft Grund für Prokrastination und inneren Widerstand.

Es lohnt sich also, große Ziele in kleine Schritte aufzuteilen. So schaffen Sie für den Patienten kleine Erfolgserlebnisse, die ihn inspirieren, weiterzumachen.

Um motivierende Teilziele zu setzen, können Sie sich eine Management-Technik ausleihen: nämlich SMART-Ziele. SMART-Ziele sind mehr als ein Jargon-Ausdruck aus der Geschäftssprache. Diese Technik wurde mit großem Erfolg in vielen professionellen Bereichen angewendet, und Sie als Physiotherapeut/in können auch davon profitieren. SMART-Ziele sind:

  • Spezifisch;
  • Messbar;
  • Attraktiv;
  • Realistisch;
  • Terminiert.

Hier ist ein Beispiel: In der nächsten Woche werde ich meinen Tag mit 20 Minuten Übungen anfangen und bis zum nächsten Physiotherapie-Termin die Anzahl der Wiederholungen um 3 steigern.

Über Physiotherapie informieren

Plateaus und sogar Rückschläge sind aber ein normaler Teil der Heilung. Aber wer das Gefühl hat, dass die Übungen nicht viel bringen, verliert die Motivation. Helfen Sie Ihren Patienten also, den gesamten Heilungsprozess zu verstehen. Sie müssen sich nicht in technische Details vertiefen – geben Sie einen Überblick und seien Sie bereit, eventuelle Fragen zu beantworten.

Je mehr Ihre Patienten über den Ablauf der Therapie wissen, desto leichter fällt es ihnen, eventuelle Rückschläge zu akzeptieren und weiterzumachen.

Den Rehabilitationsplan zusammen mit dem Patienten erstellen

Niemand mag es, sich hilflos und ohnmächtig zu fühlen – aber diese Gefühle sind tägliche Begleiter Ihrer Patienten. Denn Schmerzen und Verletzungen führen zu frustrierenden Einschränkungen im Alltag. Ein unverständlicher Reha-Plan, der ohne Rücksprache mit dem Patienten erstellt wurde, stärkt den Frust noch mehr.

Helfen Sie stattdessen Ihren Patienten, die Kontrolle über ihr Leben wieder zu übernehmen.

Physiotherapie ist eine Zusammenarbeit. Erstellen Sie den Reha-Plan zusammen, stellen Sie gemeinsame Ziele und lassen Sie die Patienten einige Übungen selbst auswählen.

So werden Ihre Patienten immer motiviert, denn sie haben Ihren Rehabilitationsplan teilweise selber erstellt.

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Geben Sie klare Anleitungen und vermeiden Sie Jargon

Einige Therapeuten glauben, sie sollen immer Fachsprache verwenden, um professionell zu wirken. Es ist aber so, dass medizinischer Jargon auf Patienten eher verwirrend und einschüchternd wirkt.

Wenn der Therapeut zu viele komplexe Fachausdrücke verwendet, bekommen viele Patienten Angst davor, “blöde” Fragen zu stellen. Dann wird das Heimübungsprogramm einfach ignoriert, weil der Patient die Anleitung nicht verstanden hat. Es kann auch passieren, dass Patienten keine Fragen beim persönlichen Termin haben. Erst zu Hause merken sie, dass die eine oder andere Übung unklar ist.

Wenn Sie Übungsprogramme mithilfe einer Webseite bzw. einer App gestalten, können Sie Ihren Patienten mehr Klarheit anbieten. Fügen Sie personalisierte Kommentare und Videoerklärungen hinzu.

Die Möglichkeit, Ihre Patienten auch online zu begleiten, hat wegen der Pandemie an Bedeutung gewonnen. Trotz ausfallender Termine bzw. geschlossener Praxen können Sie Ihre Patienten immer noch erfolgreich betreuen.

Rehabilitation mit Engagement: so geht das!

Rehabilitation dauert oft Monate. Das ist ein langer Weg. Deswegen verlieren viele Menschen die Motivation und fangen an, die Übungen eher maschinell auszuführen. Das ist aber weder angenehm noch effektiv. Man kommt nicht voran, die Schmerzen kehren zurück, und dann haben Sie mit einem frustrierten Patienten zu tun.

Es gibt aber einen höchst effektiven Ansatz, um Patienten zu motivieren. Es geht um sogenannte Gamification und die Verwendung von Reha-Software. Die meisten Menschen mögen Apps und Videospiele, und moderne Reha-Geräte wirken mit ihrem Sci-Fi-Flair oft faszinierend.

Zur Auswahl stehen mehrere Technologien: virtuelle Realität (VR-Helme), Kinect-Kameras oder tragbare Sensoren, die die Bewegungen des Patienten aufzeichnen. Sensoren sind wohl die genaueste und günstigste Lösung. Bei moderner Physiotherapie-Software wie Raccoon.Recovery steht Gamification im Vordergrund. Unsere Software ist mit allen PC-Spielen kompatibel, sodass Ihre Patienten ihre Lieblingsspiele genießen können. Und wenn die Raccoon.Recovery-Sensoren nicht verfügbar sind, ist Notfall auch ein Smartphone ausreichend.

Um den Patienten noch besser zu betreuen, sammeln wir Daten über seine Stimmung und eventuelle Müdigkeit. So können Sie beurteilen, inwieweit die verschriebenen Übungen die Lebensqualität des Patienten beeinflussen. Bei Bedarf greifen Sie einfach ein und passen das Übungsprogramm flexibel an.

Patientenmotivation in der Physiotherapie: 10 Tipps

Vielfältige Reha-Pläne anbieten

Stellen Sie sich vor, Sie möchten einer Patientin Wassergymnastik verschreiben, aber sie hasst Wasser. Klingt nicht gut, oder? Sorgen Sie dafür, dass Sie ein vielfältiges Angebot vorlegen können. Wenn ein Patient bestimmte Übungen oder Geräte einfach nicht mag, bieten Sie Alternativen an.

Jeder Patient erwartet von Ihnen ein Reha-Programm, das speziell auf seine Bedürfnisse und Ziele zugeschnitten ist.

Immer positiv bleiben

In der Physiotherapie ist der Fortschritt des Patienten selten schnell und linear. Rehabilitation dauert oft Monate und Rückschläge sind ein normaler Teil des Heilungsprozesses. Für Patienten können sie aber äußerst frustrierend sein.

Empathie und eine positive Einstellung können aber Wunder wirken. Feiern Sie mit dem Patienten jeden Erfolg, egal wie klein. Erklären Sie, dass Rückschläge keine Niederlagen sind. Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen positivem Feedback und Therapietreue der Patienten. Sparen Sie also nicht am Lob!

Feedback berücksichtigen und das Übungsprogramm anpassen

Es ist leicht, das Feedback der Patienten als billige Ausreden zu behandeln. Ja, schon wieder keine Zeit zum Üben, die Kinder stören wieder, die Übungen sind schon wieder zu schwer und die Physiotherapie-App hat gestern irgendwie nicht funktioniert… Aber das sind oft keine Ausreden, sondern echtes Feedback und versteckte Hilferufe.

Hören Sie also jedem Feedback zu und nehmen Sie es ernst. Zeigen Sie noch einmal, wie die App zu bedienen ist. Helfen Sie, das Übungsprogramm an den Tagesablauf des Patienten anzupassen und nicht umgekehrt. Ersetzen Sie schwere Übungen durch andere.

Die Vorteile von Physiotherapie-Software nutzen

Die meisten Menschen verlassen sich auf ihre Smartphones und Tablets, um ihr Leben zu organisieren und ihre Gesundheit zu beobachten. Bieten Sie also eine Physiotherapie-App an!

Mit Software wie Raccoon.World können Sie interessante und leicht verständliche Heimübungsprogramme erstellen – mit detaillierten Erklärungen, Videos und Gamification-Features. Nun können die Patienten nicht mehr sagen, sie hätten das Handout mit den Übungen verloren!

Wir bei Raccoon.World haben mit Physiotherapeuten und Ergotherapeuten zusammengearbeitet, um die bestmögliche Software für ihre Bedürfnisse zu entwickeln. Nach drei Jahren ständiger Entwicklung haben wir viele herausragende Features in unsere Software eingebaut: automatische Screening-Tests, übersichtliche Fortschrittsberichte, flexible Lizenzierungsoptionen für Praxen und vieles mehr. Kontaktieren Sie uns, um eine kostenlose Demo zu vereinbaren!

Fazit

Empathie, eine individuelle Zielsetzung und eine gut gewählte Software sind die wichtigsten Werkzeuge, um die Motivation Ihrer Patienten aufrecht zu erhalten – selbst in schwierigen Zeiten wie die Coronavirus-Pandemie.