Einleitung

Die COVID-19-Pandemie führte weltweit zu Einschränkungen bei der Durchführung therapeutischer Angebote. Telemedizinische Ansätze können nicht nur in diesem Fall helfen, so entstandene Versorgungslücken zu schließen, sondern auch routinemäßige sensomotorische Therapien ergänzen.

Ziel dieser prospektiven Studie ist die Untersuchung der Effektivität der Telerehabilitation gegenüber bestehenden Standards sowie die Abhängigkeit des Effekts von weiteren trainings- und personenbezogenen Variablen.

Methode

In einem kontrollierten, messwiederholten Design von insgesamt 12 Wochen werden Patienten mit distalen und proximalen Hemiparesen der oberen Extremität unterschiedlicher Ätiologie getestet. Es werden vier Messzeitpunkte verglichen:

  • zu Beginn des Experiments (Baseline),
  • nach vier Wochen ohne Training (spontane Erholung),
  • nach weiteren vier Wochen eines auf die Patienten individualisierten Training mit der Plattform Raccoon.Recovery in ihrem eigenen Zuhause (Akquisitionsphase),
  • nach weiteren vier Wochen ohne Training (Retentionsphase).

Die Übungen werden im Laufe des Trainings schrittweise angepasst und deren korrekte Durchführung kontinuierlich überwacht. Die Trainingshäufigkeit und kinematische Daten werden erfasst und zusammen mit Faktoren wie dem Paresegrad, dem trainierten Körperteil (z. B. Finger vs. Handgelenk vs. Ellbogen), der Art der trainierten Bewegungen (z. B. Handgelenk Flexion/Extension vs. Rotation), der Störungs­ätiologie, dem Alter des Patienten sowie Vorerfahrung mit Com­puterspielen, als Prädiktoren des Trainingserfolges untersucht. Als primäre Wirksamkeitsindikatoren dienen verschiedenen klinischen Skalen.

Ergebnisse

Erste Pilot- und Einzelfalluntersuchungen zeigen vielversprechende Ergebnisse hinsichtlich der Anwendbarkeit des Ansatzes und eines Trainingserfolgs, aber auch mögliche Hindernisse für die Studiendurchführung vor allem bei sehr stark betroffenen Patienten. Der Gamification-­Ansatz wurde zwar meist als positiv bewertet, stellt aber vor allem für ältere Patienten und Patienten mit kognitiven Störungen eine initiale Herausforderung dar.

Die Studie wurde im Dezember 2020 auf der 8. Gemeinsamen Jahrestagung der DGNR und der DGNKN vorgestellt.

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